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YORÙBÁ SPRACHE
Yorùbá ist eine tonale Sprache, die von etwa dreißig Millionen Menschen in Nigeria und in den Nachbarländern Benin und Togo gesprochen wird. In Nigeria leben Yorùbá-Sprecher in der südwestlichen Region in Staaten wie Oyo, Ogun, Osun, Ondo, Ekiti, Lagos, Kogi und Kwara. Yorùbá ist eine Kwa-Sprache, die zur Yorubo-Gruppe unter dem Niger-Kongo-Stamm gehört. Sie hat drei grundlegende, aber signifikante Töne. Eine der Auswirkungen der großen Zahl von Yorùbá-Sprechern und ihrer geografischen Ausbreitung ist die Entstehung geografisch bedingter sprachlicher Variationen. Yorùbá ist ein Dialektkontinuum mit mehreren unterschiedlichen Dialekten (Bamgbose (1966)). Schätzungen über die Gesamtzahl der Yorùbá-Dialekte schwanken zwischen zwölf und sechsundzwanzig (Ojo (1977), Adetugbo (1982), Oyelaran (1970, 1992), Mustapha (1987), Ojo (2001).
Die Unterschiede zwischen diesen Dialekten sind vor allem in den Bereichen Aussprache, grammatikalische Struktur und Wortschatz zu finden. Es gibt noch weitere Dialekte, die in ganz Westafrika verbreitet sind. In der Republik Benin gehören zu den Yorùbá-Dialekten Ketu, Nago, Ije, Ajase, Idaitsa und Tsabe, während Ana und Itsa zwei der Dialekte sind, die in Togo vorkommen. Einige Yorùbá-Dialekte gibt es auch in der afrikanischen Diaspora, insbesondere in der Karibik. Der Yorùbá-Dialekt in Brasilien heißt Nago, der in Kuba Lucumi. Es ist jedoch möglich, die Yorùbá-Dialektformen, die in Nigeria vorkommen, in fünf regionale Gruppen zu unterteilen: Nordwest-Yorùbá (NWY); Nordost-Yorùbá (NEY); Zentral-Yorùbá (CY); Südwest-Yorùbá (SWY); Südost-Yorùbá (SEY). Phonologische, lexikalische und grammatikalische Variationen sind die Kennzeichen dieser Gruppierungen, da es unterschiedliche Grade der gegenseitigen Verständlichkeit zwischen den „geografischen“ Dialekten der einzelnen Gruppen gibt. Es hat sich jedoch eine einheitliche Standardform herausgebildet, die als Schreib- und Lehrform der Sprache anerkannt ist. Diese Form, die dem SWY relativ nahe kommt, wird von den Sprechern aller verschiedenen Dialekte verstanden und dient weiterhin den kommunikativen Zwecken aller Sprecher.
In den 1960er bis 1970er Jahren wurden verschiedene Rechtschreibausschüsse sowohl von der Regierung als auch von akademischen Gruppen eingesetzt, um die Standardorthografie für die Sprache zu prüfen und anschließend zu überarbeiten. Auf der Grundlage des Berichts des Rechtschreibausschusses von 1966 wurden umfangreiche Überarbeitungen vorgenommen. Dieser Bericht bildet die Grundlage für die Schaffung und Einführung der Standardorthografie des Yorùbá in den Schulen und damit für die Standardsprache Yorùbá. Die Standardform des Yorùbá ist die Art von Yorùbá, die in der Schule gelernt wird und meist von gebildeten Muttersprachlern gegenüber Adressaten gesprochen (oder geschrieben) wird, die andere Dialekte sprechen (Bamgbose (1966)). Die Sprache ist eine der drei Landessprachen in Nigeria. Dies ist eine Ehre, die zum Teil auf die soziopolitische Bedeutung und die schiere Anzahl ihrer Sprecher zurückzuführen ist. Dies hat zu sozio-linguistischen Entwicklungen für die Sprache in Bezug auf ihr Studium und ihren Gebrauch im Land geführt.
Wie bei vielen anderen afrikanischen Sprachen wurden die ersten Studien der Yorùbá-Sprache von Missionaren durchgeführt, die daran interessiert waren, die heiligen Schriften für evangelistische Zwecke zu übersetzen. Das besondere Ergebnis dieser Bemühungen (in Verbindung mit der Abschaffung der Sklaverei) war das Aufkommen der Schrift und des Studiums der Yorùbá-Sprache und -Kultur unter sesshaften freien Sklaven in Sierra Leone. Diese als Aku bekannten Yorùbá leisteten Pionierarbeit bei der Verschriftlichung und Erforschung der Sprache, so dass Yorùbá 1849 als eine der ersten westafrikanischen Sprachen über eine schriftliche Grammatik und ein Wörterbuch verfügte. Seitdem wurde die Arbeit an und in der Sprache bis heute fortgesetzt. Heute gibt es zahlreiche Grammatiken, Wörterbücher und literarische Texte in dieser Sprache.

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