Rechte Varikozele und Hypoxie, entscheidende Faktoren für männliche Unfruchtbarkeit: strömungsmechanische Analyse des gestörten Hodendrainagesystems

Die Varikozele gilt als vorwiegend einseitige linksseitige Erkrankung. Da jedoch die männliche Fruchtbarkeit mit nur einem gesunden Hoden erhalten bleibt, stellt die Unfruchtbarkeit zwangsläufig eine bilaterale Hodenfunktionsstörung dar. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass: (i) die rechte Varikozele nicht durch Palpation diagnostiziert werden kann und daher in der Vergangenheit nicht mit der traditionellen Behandlung behandelt wurde und (ii) die rechte Varikozele eine beeinträchtigte Sauerstoffversorgung in der Mikrozirkulation des rechten Hodens verursacht, was zu einer Degeneration der Keimzellen führt. In dieser Studie wurden bei der Behandlung von 840 unfruchtbaren Männern mit Varikozele Venographien sowohl der rechten als auch der linken inneren Samenleiter durchgeführt und die Ergebnisse mit den Mitteln der Strömungsmechanik analysiert. Die Histopathologie des rechten Hodens zeigte eine Stagnation des Blutflusses und degenerative Veränderungen, die auf eine unzureichende Sauerstoffzufuhr in allen Hodenzelltypen zurückzuführen sind. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten wurde eine rechte Varikozele festgestellt. Wir stellten fest, dass aufgrund der Zerstörung der Einwegventile im venösen Mikrozirkulationssystem des Hodens ein pathologischer hydrostatischer Druck entsteht, der etwa fünfmal höher ist als der normale Druck und den arteriolären Druck übersteigt. Der Druckgradient zwischen den Arteriolen und Venolen im Hodengewebe kehrt sich daher um, was zu einer anhaltenden Hypoxie führt. Die rechte Varikozele ist bei unfruchtbaren Männern mit Varikozele weit verbreitet, auch wenn sie nicht erkannt wird. Daher kann nur ein beidseitiger Verschluss der inneren Samenleiter, einschließlich der zugehörigen Bypässe, der den pathologischen hydrostatischen Druck beseitigt, zur Wiederaufnahme des arteriellen Blutflusses in der Mikrozirkulation des Hodens führen.

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