Olga von Kiew

Heilige Olga Gleich-den-Aposteln

Die heilige, rechtgläubige Kaiserin Olga von Kiew war die Großmutter des Fürsten Wladimir von Kiew. Als Konvertitin zum orthodoxen Christentum war sie der Haupteinfluss auf ihren Enkel, der zu seinem Übertritt zum Christentum und dem seines Reiches Kiewer Rus führte. Zusammen mit ihrem Enkel gilt sie als diejenige, die die Orthodoxie nach Russland brachte. Ihr Festtag ist der 11. Juli.

  • 1 Leben
  • 2 Ihr Vermächtnis
  • 3 Hymnen
  • 4 Quelle
  • 5 Externer Link

Leben

Olgas Herkunft ist nicht sicher. Obwohl sie möglicherweise aus Pskow stammte, kam sie laut der russischen Primärchronik aus Wyschgorod. Wahrscheinlich war sie von varangischer Abstammung. Es wird angenommen, dass sie um 890 geboren wurde. Um 903 heiratete sie Fürst Igor I., den Sohn des Gründers von Russland, Rurik. Fürst Igor trat die Nachfolge seines Vaters Oleg als Herrscher von Kiew und den dazugehörigen Gebieten an, die heute Teil einer Reihe von Staaten sind: Russland, Ukraine, Weißrussland und Polen.

Nach der Ermordung ihres Mannes Igor im Jahr 945 wurde Prinzessin Olga zur Regentin für ihren Sohn Swjatoslaw, bis dieser 964 volljährig wurde. In den Primärchroniken wird sie für ihre Rache an den Derevlyanins für die Ermordung ihres Mannes erwähnt. In einer harten Welt konnte die Prinzessin Olga hart sein. Sie war als starke und effektive Herrscherin bekannt. Wann sie sich für das Christentum interessierte, ist ungewiss, obwohl ihr Interesse schon vor ihrem Besuch in Konstantinopel begonnen haben könnte.

Im Jahr 957 besuchte sie Kaiser Konstantin VII. in Konstantinopel. Er bewunderte ihr Aussehen und ihre Intelligenz und bemerkte zu ihr: „Du bist geeignet, mit uns in dieser Stadt zu regieren. Sie willigte ein, sich taufen zu lassen, und wurde somit Christin und erhielt den Namen Helena, nachdem der Patriarch Polyeuctus sie im Glauben unterwiesen hatte. Vor der Taufe hielt Konstantin um ihre Hand an, doch Olga lehnte mit der Begründung ab, sie wolle erst als orthodoxe Christin getauft werden. Nach der Taufe hielt Konstantin erneut um ihre Hand an, aber die schnell denkende Olga trickste ihn aus (da er bei der Taufe ihr Pate war), indem sie darauf hinwies, dass er sie in der Taufe seine Tochter nannte und eine solche Verbindung nach christlichem Recht verboten ist. Während Konstantin Olga auf ihren Betrug hinwies, überhäufte er sie mit Geschenken, als sie nach Kiew zurückkehrte. In Kiew unterrichtete sie ihren Sohn Svyatoslav und bat ihn, sich taufen zu lassen. Er konnte sich zwar nicht dazu durchringen, sich taufen zu lassen, aber er wollte es anderen nicht verbieten.

Im Jahr 968, während Swjatoslaw anderweitig beschäftigt war, belagerten die Peschenegen Kiew, wo Olga lebte und für ihre Enkel Jaropolk, Oleg und Wladimir sorgte. Als die Menschen vor Hunger und Wassermangel immer schwächer wurden, inspirierte Olga einen Jungen, der der Belagerung entkam und Hilfe brachte. Inzwischen war die alternde Fürstin Olga von Krankheit befallen. Gleichzeitig wollte ihr Sohn seinen Wohnsitz nach Perejaslaw (an der Donau) verlegen und Olga in Kiew zurücklassen. Olga hielt Swjatoslaw davon ab, die Stadt zu verlassen, bis sie gestorben war. Sie starb am 11. Juli 969 und wurde von einem Priester begraben, der anordnete, dass es keinen Leichenschmaus geben sollte.

Ihr Vermächtnis

Obgleich es Olga nicht gelang, ihren Sohn oder viele andere zum christlichen Glauben zu bekehren, könnte ihr Beispiel einen großen Einfluss auf ihren Enkel Wladimir gehabt haben, der 988 zum orthodoxen Christentum übertrat und die Einwohner von Kiew und der Rus‘ dazu brachte, ihm bei der Taufe der Rus‘ zu folgen. Wegen ihrer führenden Rolle bei der Einführung des Christentums in Russland gilt sie als erste Heilige der russisch-orthodoxen Kirche.

Hymnen

Troparion (Ton 1)

Du hast deinem Geist die Flügel des göttlichen Verstandes gegeben und bist über die sichtbare Schöpfung hinausgestiegen, um Gott, den Schöpfer von allem, zu suchen. Als du ihn gefunden hattest, hast du durch die Taufe die Wiedergeburt empfangen. Als eine, die den Baum des Lebens genießt, bleibst du ewig unbestechlich, ewig glorreiche Olga.

Kontakion (Ton 4

Heute wollen wir Gott, den Wohltäter aller, preisen, der die göttlich weise Olga verherrlicht hat, damit er durch ihre Gebete unseren Seelen Vergebung der Sünden gewährt.

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