Herpes-Virus gibt genetische Geheimnisse preis

Mittwoch, 29. April 2020 (HealthDay News) — Das Herpes-Simplex-Virus – das Virus, das Fieberbläschen verursacht – ist komplexer, als Wissenschaftler bisher dachten, so eine neue Studie.

Bisher war man davon ausgegangen, dass es etwa 80 sogenannte offene Leserahmen im Herpes-Gen gibt, doch nun scheinen es 284 zu sein, berichten Forscher. Das sind Stellen, an denen die DNA in Proteine umgewandelt wird.

„Mit den neuen Erkenntnissen ist es nun möglich, die einzelnen Gene des Virus viel genauer zu untersuchen als bisher“, sagt Forscher Lars Dölken in einer Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in Bayern. Er ist Leiter der Virologie an der Universität.

Diese Erkenntnisse haben auch Auswirkungen auf die Entwicklung immunologischer Therapien zur Behandlung bestimmter Tumore, wie z.B. des Melanoms, glauben die Forscher.

Herpes Simplex Virus 1 ist dafür bekannt, Fieberbläschen und auch lebensbedrohliche Lungenentzündungen bei Patienten auf Intensivstationen zu verursachen, so die Forscher in Hintergrundinformationen. In seltenen Fällen kann das Virus eine Enzephalitis verursachen, die zu dauerhaften Hirnschäden führen kann.

Wenn man einmal mit dem Virus infiziert ist, bleibt es ein Leben lang in den Körperzellen und wird nur gelegentlich aktiv.

Der Bericht wurde am 27. April in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

— Steven Reinberg

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